Bewusst leben – Achtsamkeit als Weg zu mehr Entspannung und weniger Stress

Bewusst leben –

Achtsamkeit als Weg zu mehr Entspannung und weniger Stress

Wenn Du, wie die meisten Menschen, Deinen Alltag nicht nach dem Prinzip „Bewusst leben“ gestaltest, kommen Dir Situationen wie die folgende wahrscheinlich bekannt vor:

In einer halben Stunde ist Feierabend, Du denkst schon daran, dass Du einen entspannten Abend mit Deiner Familie verbringen willst.

Da kommt Dein Chef ins Zimmer, wirft einen Stapel Papiere auf Deinen Schreibtisch und erklärt Dir, das müsse unbedingt noch heute erledigen werden. Was mindestens zwei Überstunden bedeutet. Schon wieder!

Jetzt passiert, was in dieser Situation immer geschieht: Du wirst wütend, schluckst aus Sorge um Deinen Arbeitsplatz die Wut herunter, kannst Dich vor lauter Ärger nicht auf die Aufgabe konzentrieren und verlässt das Büro fast drei Stunden später als geplant.

Deine schlechte Laune hält den ganzen Abend über an, und vor dem Schlafengehen streitest Du Dich mit Deinem Mann.

Daraufhin kannst Du nicht schlafen, weil Du Dir Sorgen um Deine Beziehung machst und Dich immer noch über das Verhalten Deines Chefs ärgerst.

Bewusst leben heißt wahrnehmen, ohne zu urteilen

Hättest Du Dich nach dem Prinzip der Achtsamkeit verhalten – was nichts anderes bedeutet, als jeden Augenblick bewusst zu (er)leben, wäre dieser Abend vollkommen anders verlaufen.

Achtsamkeit heißt Aufmerksamkeit. Wenn Du Dich entschließt, alles, was in Dir und um Dich herum geschieht, ganz bewusst wahrzunehmen, ist das ein bedeutender Schritt hin zu Deinem persönlichen Glück.

Das klingt einfach, ist es eigentlich auch – andererseits aber auch nicht.

Die meisten Menschen sind ein einer Art Hamsterrad gefangen. Wenn etwas geschieht, vor allem etwas Unangenehmes, reagieren wir ganz automatisch immer gleich – mit Ärger, Ohnmachtsgefühlen, Sorgen und Stress.

Zum Teil liegt das daran, dass wir nicht bewusst im Jetzt leben, sondern uns gleichzeitig über die Vergangenheit ärgern und um die Zukunft sorgen.

Die andere Hälfte des Problems besteht darin, dass wir das, was passiert, nicht einfach nur wahrnehmen, sondern es bewerten.

Gedanken und Gefühle kommen und gehen lassen.

Auch wenn Du bewusst lebst, ärgerst Du Dich natürlich über Deinen Chef, der Dir zusätzliche Arbeit aufbürdet. Auf keinen Fall geht es darum, Gefühle zu unterdrücken.

Du registrierst also, wie Dein Herz schneller schlägt oder Dein Magen sich zusammenzieht. Das war es aber auch schon.

Denn Du bleibst im Hier und Jetzt. Dies ist nicht der Moment, Dir Sorgen um Deine Zukunft in der Firma zu machen oder darüber nachzudenken, wie oft Du im vergangenen Jahr schon Überstunden gemacht hast.

Bewusst leben heißt, die Gefühle kommen, aber auch wieder gehen zu lassen.

Möglicherweise wirst Du Dir eines Tages einen anderen Job suchen, weil Dir das Verhalten Deines Chefs nicht gefällt. Aber Du wirst es nicht aus einem spontanen Entschluss heraus tun, weil Du zum Beispiel gerade wütend bist.

Wer bewusst lebt, trifft auch seine Entscheidungen bewusst. Bei einer achtsamen Lebensweise können Wut oder Stress nicht die Kontrolle übernehmen, wie sie das sonst leider viel zu oft tun.

Wer bewusst lebt, hat mehr vom Leben

Wenn Du Deine Tage achtsam gestaltest, werden Dir die schönen Seiten des Lebens noch mehr Freude bereiten. Weil Du ganz im Jetzt bist, machst Du Dir weder Sorgen um den Zahnarzttermin am nächsten Tag, noch belastet Dich den ganzen Abend der Streit mit Deiner Kollegin. Um diese Dinge wirst Du Dich kümmern, wenn die Zeit dafür gekommen ist.

Stattdessen kannst Du Dich ganz auf das einlassen, was Dich in der Gegenwart erfüllt: die Musik Deines Lieblingssängers, den spannenden Film, das Zusammensein mit guten Freunden.

Mit etwas Übung wird es Dir gelingen, das Hier und Jetzt deutlich intensiver wahrzunehmen – den Geschmack des Weins, den Du beim Treffen mit Freunden trinkst, die aufmerksame Zuwendung Deiner Freundin, das freundliche Lächeln des Kellners, den Gesang der Amsel auf dem Nachhauseweg.

Auf diese Weise schärfst Du Deine Sinne und wirst neugierig auf neue Eindrücke. Vielleicht probierst Du einmal einen anderen Wein. Oder Du wählst für den Heimweg eine andere Strecke als die übliche.

Bewusst leben kannst Du trainieren

Wenn Du jetzt meinst, das klingt alles viel zu schön, um wahr zu sein, ist das nur zum Teil richtig.

Natürlich wird es Dir nicht von heute auf morgen gelingen, angesichts drohender Überstunden kurz Deinen Ärger zu registrieren, ihn vorbeiziehen zu lassen und Dich dann entspannt an die Arbeit zu machen.

Die gute Nachricht ist, dass Du ohne großen Zeitaufwand trainieren kannst, bewusst zu leben. Die Übungen lassen sich so in den Alltag integrieren, dass sie Dich nur sehr wenig Zeit kosten.

Such Dir eine Tätigkeit aus, die Du regelmäßig verrichtest. Beispielsweise die tägliche Dusche.

War es bisher so, dass Du in aller Eile Dein Reinigungsritual absolviert hast und dabei in Gedanken schon bei der Arbeit warst? Dann konzentriere Dich ab sofort beim Duschen auf den Moment. Nimm die Wassertemperatur wahr, das Duschgel auf Deiner Haut, den Duft des Shampoos, die Verdunstung der Feuchtigkeit auf Deinem Körper, wenn Du die Duschkabine verlässt und nach Deinem weichen Handtuch greifst.

Auch das Zähneputzen oder das Frühstück bieten sich an, um das bewusste Leben zu trainieren. Probiere es einfach aus.

Zusätzlich zu solchen und ähnlichen Übungen ist es wichtig, nicht immer wieder in alte Muster zu verfallen. Das bedeutet vor allem, auf Deine Gedanken und Gefühle zu achten. Auch die Worte, mit denen Du Deine Gedanken ausdrückst, spielen eine wichtige Rolle.

Sage also nicht: „Was habe ich wieder für einen Stress!“ Darin liegt bereits eine Wertung.

Formuliere es stattdessen so: „Ich habe viel zu tun.“ Damit beschreibst Du die Situation vollkommen wertneutral und beeinflusst Deine Gedanken nicht negativ.

Bücher mit Tipps für ein bewusstes Leben

Um mit der Achtsamkeit vertraut zu werden, kann Literatur zum Thema hilfreich sein.

Auf heitere, unterhaltsame Art setzt sich Alexandra Reinwarth mit dem bewussten Leben auseinander. Der aussagekräftige Titel ihres Sachbuchs lautet: „Am Arsch vorbei geht auch ein Weg: Wie sich mein Leben von Grund auf verändert hat, als ich mich endlich locker gemacht habe.“

Knapp und trotzdem informativ geht Dr. Patrizia Collard das Thema „Bewusst leben“ an. Sie hat ein kleinformatiges Büchlein geschrieben, dass Du jeden Tag zur Inspiration in die Hand nehmen kannst. Der Titel lautet: „Das kleine Buch vom achtsamen Leben: 10 Minuten am Tag für weniger Stress und mehr Gelassenheit.“

Wer sich in einer Buchhandlung oder im Internet umsieht, wird noch zahlreiche weitere Bücher finden, die sich mit dem bewussten, achtsamen Leben beschäftigen.

 

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